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  • Dres. Annette & Constanze Herrmann

Gedanken zu Ostern


Für uns moderne Menschen vergeht die Zeit so schnell. Eine Fülle von Informationen sind zu bearbeiten und zu integrieren jeden Tag. Und jede dieser Informationen kommt daher, als wäre sie die wichtigste. Wir sind medial rund um die Uhr verbunden mit unseren Freunden, Bekannten und mit der ganzen Welt. Wir wissen nun genau, was am anderen Ende der Welt passiert. Es geht in uns hinein und wird so zu einem Teil unserer Gedanken- und Gefühlswelt.


“Was ich nicht weiß, macht mich nicht heiß”.


Die guten Nachrichten sind eindeutig in der Minderzahl. Die negativen Informationen verkaufen sich besser, denn sie haben größere Chancen, noch Interesse in dieser medialen Flut und Reizüberflütung zu finden, weil sie schocken.

Und auf einmal ist Ostern. `Oh, wie schön, ein paar Tage frei`, ist sicher die Nachricht, die bei vielen von uns damit vermittelt wird, die nicht arbeiten müssen. Vorfreude macht sich breit auf  Zeit für sich oder mit Freunden, Familie, auf gemeinsame Aktionen, Feiern im Frühling. Mancher mag denken, dass dieses Fest nur etwas für Christen ist und daher unterinteresant oder alt und überkommen.


Die Angst vor dem Tod ist die schlimmste Angst


Was bewegt uns im Leben am meisten? Die Freude oder die Angst? Was tun wir alles aus einem Gedanken an Sicherheit heraus und was aus dem Bedürfnis, sich zu entdecken, Neues zu erleben, zu wachsen und zu erkennen? Es lohnt sich, dieser Frage einmal nachzugehen. Gerade in der Medizin, in der ich zu Hause bin, ist Angst ein grundsätzliches Phänomen. Wir kämpfen gegen Krankheiten und Schmerzen wie gegen Gespenster und spätestens, wenn der Verdacht einer Krebserkrankung im Raum steht, dann ist die Angst auf beiden Seiten sehr präsent.


Wir träumen, ohne es zu merken, einen bösen Traum


Diese Angst friert alles ein. Sie geht durch und durch. Plötzlich ist die Möglichkeit, dass alles zu Ende sein kann, sehr konkret und sehr nah. Das Leben an sich wird auf einmal so kostbar. Die Weisen aller Kulturen rufen seit jeher uns immer zu:

“Wacht auf! Ihr träumt”.

Was damit gemeint ist, spüren wir ansatzweise meistens erst, wenn das Ende des Lebens sichtbar wird. Die Weisen und Erwachten wollen uns aufrütteln. Sie sagen, wir leben unser Leben, als ob es ewig sei.


Wir vergeuden Zeit und Energie mit völlig unwichtigen Dingen und unsere Seele ist zwar von Reizen und Informationen überflutet, verhungert darunter aber, weil es nichts zu erleben gibt, was sie wirklich nährt. Und warum? Weil Angst uns in einen Aktionismus treibt, der unsere Kräfte absorbiert und es unter diesen vielen Absicherungsstrategien kaum Raum gibt, in denen unsere Seele noch zu uns durchkommt.


Ostern – das Fest des Frühlings, der Wiederkehr des Lichts und der Hoffnung

Ostern ist ein sehr altes ursprünglich heidnisches Fest, das die Wiederkehr des Frühlings gefeiert wurde. Auch, wenn die Natur da draußen sich dem unerbittlichen Diktat der Jahreszeiten beugen muß, jedes Jahr im Frühling schießt das neue Grün aus allen Ritzen wieder heraus. Es ist jedesmal wie ein kleines Wunder. Das Licht – es kehrt zurück und mit ihm die Wärme und Gastlichkeit unserer Umgebung.


Irgendetwas scheint es zu geben, was nicht ganz sterben kann, auch wenn Frost und Dunkelheit herrschen. Aus diesem Samen heraus entsteht das neue Leben. Das Ei verkörpert diesen Samen. Eine flüssige Masse innendrinnen besitzt alle Kraft und Information, um unter der Einwirkung von Licht und Wärme Zellen, Gewebe und Körper hervorzubringen.


Was sterben muß, muß sterben


Leben und Tod, das sind die großen Themen an Ostern. Vor dem Leben kommt der Tod – und andersherum. Auch Jesus mußte durch den Tod. Der Winter bringt das Absterben der überirdischen Pflanzenteile. Nichts, was in der Form existiert, kann ewig leben. Aber das ist nur die halbe Botschaft. Auf eine Nacht folgt ein Tag und auf einen Tod ein neues Leben. Licht, es kehrt zurück – immer und immer wieder, jeden Tag auf`s Neue.

Jeden Tag geht die Sonne im Osten wieder auf – Ostara, Ostern. Jesus hat diesen Sonnenaufgang für uns Menschen als Seelenwesen erfahrbar gemacht. Er war ein Yogi, wußte genau, was er tat. Er akzeptierte den physischen Schmerz und das Leid, das sein früher körperlicher und gewaltsamer Tod mit sich brachte, weil er die größte und schlimmste aller Illusionen für uns Menschen damit zerstören konnte.


Ostern kann Gelassenheit schenken und frei machen für das wirklich Wesentliche

Wenn wir nicht mehr Angst haben müssen vor dem Ungewissen, dann öffnet sich für uns ein völlig neues Tor von Realität. Dann geht es nicht mehr immer nur darum, dass Geld da ist, Gesundheit, Anerkennung, Macht oder Schönheit. Sie sind Phänomene der Zeit. Und die wird immer ticken. Gnadenlos. Wenn wir uns wirklich als Seele erkennen, dann geht es um ganz andere Bilanzen. Dann bewegen uns ganz andere Dinge.


Erst, wenn wir keine Angst mehr haben, dann fragen wir uns, worum es in diesem Leben wirklich geht. Wir fangen an, nach dem Nektar zu suchen, der unsere Seele wirklich nährt und den wir mitnehmen, wenn wir diesen Körper, dieses Leben und diesen Film einmal verlassen. Wer bin ich? Woher komme ich? Wohin gehe ich? Was für Erfahrungen will mir dieses Leben schenken? Was liegt alles in mir verborgen an Talenten? Was kann ich für den Planeten tun?


Ich wünsche uns allen ein Ostern voller Wunder, ein Ostern, dass Erwachen bringt und Ängste nimmt. Das Sterben ist allgegenwärtig in der Natur und gehört zum Leben dazu. Ohne die Angst vor dem Loslassen sind wir bereit für das wirkliche Leben. Ohne Karfreitag kein Ostersonntag. Der Schmerz gehört dazu, aber er ist nur ein Teil der Strecke. Und er kann Neues bringen. Es ist die Art, wie sich die Natur selbst immer wieder verjüngt und frisch wie im Frühling erhält. Jeder der Feiertage an Ostern ist eine Station in diesem ewigen Prozess des Entstehens und Vergehens in der Schöpfung.

Wir als Menschen nehmen an diesem Kreislauf teil. Permanent. Unsere Zellen sterben und erneuern sich. Wenn sie das nicht mehr tun, entsteht Krebs. Loslassen kann man nur, wenn man gute Wurzeln hat, die nicht betroffen sind. Ostern ist das Fest der Wurzelenergie, die alles überdauert. Zu dieser Wurzelenergie Verbindung zu haben, ist Medizin von höchster Heilkraft. Jedes Leiden, jeder Schmerz kann mit dieser Wurzelessenz geheilt werden. Lassen Sie uns diese Medizin in uns suchen und entdecken.


Verschiedene Traditionen sagen verschiedene Dinge, aber die Energie einer jeden Seele ist ganz klar nichts anderes als ein Licht. Sie ist wie eine Kerzenflamme oder wie ein kleiner funkelnder Stern im Herzen. Meditiere im Licht. Dann kommt das Licht in Dich. Und Du wirst zu diesem Licht. Alles ist in Dir.“
Sri Kaleshwar

Frohe Ostern!


Herzlichst


Ihre Annette



Grafik: Constanze Herrmann



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