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Wie ein Herzenswunsch wahr wurde



Ich bin zwölf Jahre alt und schaue sehnsüchtig auf das weiße Klavier, das meine Freundin gerade geliefert bekommt. Das hätte ich auch gerne! Schon lange wünsche ich mir, Klavierspielen lernen zu dürfen.


Unmöglich, dieser Wunsch!


„Das können wir nicht“, ist das schlagende Argument meiner Eltern, Weder sind die Unterrichtsstunden finanziell drin noch die Anschaffung eines Klavier. „Wo sollen wir das hinstellen?“, lautet ein weiteres K.O.-Kriterium. So lerne ich also Klarinette. Für Blasinstrumente gibt es bei uns hier in der Gegend Vereine, die das möglich machen. Aber Freude macht es mir nicht wirklich! An den Tagen, an denen Musikstunde ist, finde ich immer häufiger eine Ausrede zum Schwänzen. Irgendwann höre ich ganz auf und nehme mir vor, mir meinen Klavierwunsch einfach selbst zu erfüllen, wenn ich erwachsen bin und eigenes Geld verdiene.


Die Geschichte wiederholt sich


Dreißig Jahre später ist es unser Sohn Lennart, der sich ein Klavier wünscht. Am liebsten ein weißes! Lennart liebt Musik sehr, hat schon mit vier Jahren Geige spielen gelernt. Irgendwann hatte er keine Lust mehr dazu, wollte eine Pause. Jetzt, zwei Jahre später, hat er sich für Klavierstunden entschieden, was ihm sehr viel Freude macht. Fehlt leider nur das Instrument zum Üben. „Das geht doch nicht!“, höre ich mich sagen „Wo soll das stehen?“, frage ich. „Das kostet so viel!“, sagt mein Mann. „Oh je!“, schrecke ich meinen Begründungen auf, „das kommt mir doch bekannt vor“. Es scheint, als würde die Geschichte rückwärts ablaufen.


Nachdem ich diese alten Muster in mir erkannt und verabschiedet habe, bin ich bereit, mit Lennart durch Klaviergeschäfte zu schlendern. „Es wird sich doch wohl ein bezahlbares Stück finden lassen“, denke ich. Wir probieren viele Modelle aus und haben jede Menge Spaß dabei. Dabei wird mir schon recht bald klar, dass das, was uns gefällt, eigentlich nicht in unserer Preisklasse liegt.


Wie soll das funktionieren?


Unsere Wünsche begeistern Hari, meinen Mann, nicht besonders. Schließlich haben wir nicht im Lotto gewonnen! Irgendwoher muss das Geld für ein Klavier kommen, und da Hari der alleinige Verdiener für uns sechs Personen ist, wiegt für ihn die finanzielle Verantwortung besonders schwer. Ganz bestimmt werde auch ein einfacheres Modell erstmal ausreichen, meint er.


Hari und ich diskutierten viel und intensiv. Denn auch in meinem Mann sind die von den Eltern erlernten Muster in Bezug auf Geld und Ausgaben sehr aktiv. Bis dahin hätte ich nicht gedacht, dass man über Klaviere überhaupt so intensiv und hitzig reden kann. Fast schon wünsche ich mir, Lennart hätte lieber Flöte lernen wollen.


Im Herzen haben wir uns bereits entschieden


Leider aber haben Lennart und ich uns beim Besuch des Klavierbauers bereits beide in ein weißes Klavier aus Europa verliebt. Es klingt so schön, viel melodiöser als seine viel günstigeren Kollegen aus Südostasien. Der Preis ist allerdings indiskutabel, das sehe auch ich ein.


Hari, mein Mann, beschäftigt sich indessen viel mit seinen Glaubenssätzen und Mustern, schaut tief in sich hinein, arbeitet mit seinem Inneren. Dennoch sind wir uns noch immer uneins, welches Modell wir denn nun wählen sollen. Auf jeden Fall erst einmal zur Miete und eher ein asiatisches Klavier, denn alles andere sprengt unseren Rahmen. Das schöne weiße europäische Klavier schwebt unverdrossen weiterhin durch meine Gedanken. Genauso eines hatte damals auch meine Freundin.


Da ich mittlerweile müde bin von all den Diskussionen und mein Herz sowieso vor allem an dem einen unbezahlbaren Stück hängt, schicke ich meinen Mann zum Abschluss eines Miet-Vertrages mit Lennart alleine in den Klavierladen. Die beiden sollen selbst aussuchen, was in Frage kommt.


Eine Überraschung


Ein Anruf von Hari bringt die Überraschung: Der Klavierbauer hat ein weißes neuwertiges Klavier zum Verkauf da, genau das Modell, in das Lennart und ich uns verliebt haben. Es kam gerade zurück aus einer Vermietung und kann nun ausgelöst werden. Hari habe den Verkäufer gefragt, ob da preislich etwas zu machen sei und dieser habe den Betrag beträchtlich gesenkt. Das Instrument koste nun halb soviel wie bei einem Neukauf und sogar weniger als das Mietmodell aus Asien, das wir im Auge hatten und das wir nach zwei Jahren hätten erwerben müssen. Hari fragt mich, ob er den Handel eingehen solle: „Na klar!“, jubele ich und kann mein Glück kaum fassen. Es ist ein Wunder: Unser Wunschmodell in weiß und dann noch zu solch einem Preis! Absolut Unglaublich!


Das Prinzip um die Wunschkraft


Mir kommt Annette in den Sinn, unsere Freundin, Ärztin und Lehrerin aus der Schule der Heilkunst. In vielen Seminaren schon hat sie darüber gesprochen, wie Wünsche wahr werden können. Darüber, dass wir als Seelen alle unbegrenztes schöpferisches Potenzial in uns tragen und dass wir deshalb aufgerufen sind, unseren Traum zu leben, ihn zu verwirklichen, indem wir ihm Gestalt geben und ihn wahr werden lassen. Immer wieder verdeutlichte Annette uns, dass wir dazu unsere Wünsche und Träume im Herzen gut nähren und sie gegen den Zugriff des Verstandes beschützen müssen. So würden wir bald etwas erleben, was uns jubeln lasse.


Oh ja! Und wie! Ich kann gar nicht aufhören, mich zu freuen. Es hat zwar drei Jahrzehnte gedauert, aber das macht mein Erstaunen, meine Dankbarkeit und meine Freude nur umso größer. Und ja, ich erkenne das Prinzip: Trotz aller vernünftigen Argumente, aller Gedanken um Kosten und Finanzierbarkeit, habe ich immer den Wunsch vom eigenen weißen Klavier im Wohnzimmer als Bild in meinem Herzen gehalten, mich stets an dem Gedanken daran erfreut.


Eine Prise Magie zum Schluss


Etwas Magisches geschah zum Schluss: Nachdem die Existenzängste beim Geldausgeben erkannt und erlöst waren, übernahmen Haris Eltern nach dem Kauf völlig überraschend ein Viertel der Kosten! DANKE!


Preema


Bild: Preema Luft


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